Auf ein Wort ... in eigener Sache!



Offener Brief an meine Patientinnen und Patienten

Sie werden in den Medien gehört oder gelesen haben, dass häufig sehr negativ über die Arbeit der Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker berichtet wird. Als Heilpraktikerin mit eigener Praxis seit 20 Jahren bin ich erschrocken, ja erschüttert, wie ein aus meiner Sicht vollkommen verdrehtes und falsches Bild über uns, unsere Ausbildung und unsere Arbeit gezeichnet wird!

Das Bundesgesundheitsministerium, Gesundheitsministerien der Bundesländer und manche Abgeordnete aller Frakionen (siehe unten: "Fragen an die Politik") denken über Änderungen unserer Berufsgrundlagen nach. Ich weiß nicht, in welche Richtung das gehen wird und ob meine Behandlungsmöglichkeiten beschnitten werden. Derzeit scheint alles möglich - bis hin zu einer Abschaffung der Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker.

Sie, liebe Patientin, lieber Patient, können sich ganz persönlich per Brief oder Mail an das Bundesgesundheitsministerium, die Länderministerien oder Ihren Wahlkreisabgeordneten wenden. Der Berufsverband der "Freien Heilpraktiker" hat hierzu einen Mustertext entwickelt, aus dem Sie gerne zitieren dürfen. Das Musterschreiben erhalten Sie auf Anfrage bei mir, kurze Anforderung per E-Mail genügt.

Auch wenn sich zurzeit alles nur um "Corona" zu dehen scheint: Es darf nicht sein, dass dieses eine, derzeit alles überdeckende Thema als Ablenkung genutzt werden kann, klammheimlich an anderer Stelle Schaden für die Gesundheit unserer Patientinnen und Patienten anzurichten. Helfen Sie mit, dass dies nicht geschieht!

Eine Klarstellung, gleich am Anfang: Selbstverständlich muss Fehlverhalten auch und gerade von heilkundlich Tätigen aufgedeckt und abgestellt werden. Und genauso selbstverständlich muss strafbares Verhalten von heilkundlich Tätigen aufgedeckt und bestraft werden.

„Eigentlich eine Selbstverständlichkeit“ denken Sie jetzt, liebe Leserin, lieber Leser, „die keiner besonderen Erwähnung bedarf“ - sollte man meinen. Und genauso selbstverständlich sollte es sein, dass dieser Anspruch für alle gilt, die heilkundlich oder medizinisch tätig sind, ausnahmslos für alle - ganz gleich ob sie sich der Naturheilkunde oder der Schulmedizin zugehörig fühlen.

Sollte man meinen ...

Ganz offensichtlich wird hier aber mit zweierlei Maß gemessen. Anders ist es nicht zu erklären, dass Fehlverhalten (siehe oben) von Naturheilkundlern sehr gerne zum Anlass genommen wird, alle naturheilkundlich Tätigen pauschal zu verunglimpfen und pauschal gleich die Abschaffung des Heilpraktikerberufes gefordert wird.

Was irritiert: Bei Fehl- oder strafbarem Verhalten, das von Ärzten oder Apothekern gezeigt wird, kommt niemand ernsthaft auf den Gedanken, diese Berufe abzuschaffen; niemand fordert lauthals, allen Ärzten oder Apothekern die Ausübung ihrer Berufskunst zu verbieten.

Beispiele gefällig? Wer regelmäßig Medien konsumiert, wird über das Jahr hinweg ganz automatisch darauf gestoßen. Hier nur drei von vielen Fällen:


Auch Sie haben schon davon gehört, wie Pharmamultis die Krankenkassen förmlich zur Zahlung weit überhöhter Preise erpressen. „Gewinnspannen, die allenfalls von der organisierten Kriminalität übertroffen werden“, wie die Süddeutsche Zeitung Online im Mai 2017 herausfand.

Oder erst vor wenigen Monaten (November 2019): Eine groß angelegte Razzia bei Ärzten und Apothekern in Hamburg. Wie bei SPIEGEL Online zu lesen war, besteht der Verdacht der Korruption bei Krebsmedikamenten.

Und: Sie erinnern sich noch an den Apotheker aus Bottrop, der über 14.000 mal Krebsmedikamente gestreckt hat? Aus Habgier (17 Millionen Euro Schaden), wie das Gericht befand und ihn im Juli 2018 zu 12 Jahren Haft und Berufsverbot verurteilte.

Berufsverbot - in dem zuletzt genannten Fall des habgierigen (so das Gericht) Apothekers ganz offensichtlich begründet und nur als vernünftig zu bezeichnen. Aufgrund dieser Fälle eine Abschaffung aller Ärzte und Apotheker generell zu fordern, würde hingegen zu Recht als absurd bezeichnt. Ein Verbot der Naturheilkunde und die Abschaffung von Heilpraktikern - dem Gedanken nach genauso absurd - ist aber in vielen Redaktionsstuben dieses Landes eine regelmäßig wiederkehrende Übung geworden.

Und wie jedes Mantra zeigt auch dieses durch beständiges Wiederholen seine Wirkung: Immer mehr Medien wiederholen unreflektiert in gewissen Abständen die immergleichen, abgestandenen Argumente. Diese sind im Laufe der Jahre zwar nicht besser geworden, haben ihren Zweck aber alleine schon dadurch erreicht, dass sie nun auch auf der Ebene der Politik mehr und mehr Aufmerksamkeit finden.

Welche Logik hinter dieser sattsam bekannten „Argumentation“ steckt, dass etwa in den Globuli (einerseits) ja gar kein Wirkstoff mehr zu finden sei, dass deren Anwendung aber (andererseits) der Gesundheit der Menschen schade, bleibt dabei sorgsam gehütetes Betriebsgeheimnis dieser Leute. Möglicherweise ist darin ja auch gar keine Logik enthalten, sondern es geht in Wahrheit nur um eines: Naturheilkundliche Ansätze jeglicher Art in der erfahrungsbasierten Medizin zu bekämpfen.

Hinter all dem eine Kampagne gegen Naturheilkunde und Heilpraktiker zu vermuten, ist also gar nicht so absurd. Denn es sind immer dieselben, die wegen Homöopathie oder anderer naturheilkundlicher Ansätze eine Gefährdung der Volksgesundheit ausrufen. Absurd sind vielmehr die seit vielen Jahren immer gleichen „Argumente“, die sie vorbringen. Man fragt sich daher zweierlei:

Erstens: Wo sind sie denn, all die Friedhöfe, voller Leidensopfer der Homöopathie und anderer Behandlungsformen, die es im Laufe der Zeit ja unweigerlich geben muss - wenn die Gefährdungslage so ist, wie behauptet wird?

Und zweitens: Vor allem möchte man ausrufen „Cui bono?“, wem gerät es zum Vorteil, wem nutzt es? Wer steckt dahinter? Wer hat etwas davon, Homöopathie und Heilpraktiker zu verteufeln? Wer genau hinsieht, wird leicht erkennen, dass diese Sorge um die Volksgesundheit anderen, profitgeleiteten Interessen dienen muss.

Manche behaupten, sie wollten wenigstens dafür Sorge tragen, dass gesundeitsbewussten Menschen ihr knappes Geld nicht von den „Scharlatanen der Naturheilkunde“ aus den Taschen gezogen werde. So manchem niedergelassenem Arzt dienen aber sogenannte IGEL-Leistungen nur allzu gerne dazu, zusätzliches Einkommen (aktuell etwa 1 Milliarde Euro Umsatz im Jahr) zu generieren. Die Verbraucherschutzzentrale sagt dazu, dass der Nutzen dieser Leistungen häufig nicht belegt ist. Also geht es letztlich doch nur darum, wer welches Stück vom Kuchen abbekommt?

Dazu ein kleines Gedankenexperiment:


Stellen Sie sich vor, dass Alle, die heute Globuli nehmen, ab morgen stattdessen auf schulmedizinische Medikamente umsteigen (müssen). Wem würde das schlagartig am meisten nutzen:

Ihnen?

Oder den Ärzten?

Den Apotheken?

Oder doch eher … der Pharmaindustrie?

Hier ist die Antwort: "Jedes Jahr zahlen Pharmafirmen Millionen Euro, damit Ärzte ihre Präparate verschreiben. Eine Studie zeigt nun erstmals, wie wirksam diese Strategie ist. [...] Pharmafirmen wollten Ärzte dazu bringen, Patienten ihre Mittel zu verschreiben. [...] Die Entlohnung ist in jedem Fall erklecklich: Mehrere hundert, manchmal auch einige tausend Euro pro Patient bekommen Mediziner, wenn sie an einer Anwendungsbeobachtung (AWB) teilnehmen. [...] Beobachter wie die Organisation Transparency International kritisieren die AWB schon lange. Sie seien keine Studien, die zur Sicherheit von Medikamenten beitragen, sondern ein schlichtes Marketinginstrument." (Quelle: Süddeutsche Zeitung Online, 22.06.2020)

Die Haupt- und Generalfrage ist und bleibt aber die: Was bitte ist denn nun die ach so sehr wissenschafliche Medizin anderes als eine auf lange Erfahrung gründende Lehre, die ihren Anfang in dem alten und von vielen Generationen Heilkundiger weitergegebenen Wissen im Umgang mit den Heilkräften der Natur hat?

Regelmäßig präsent als Berufsbedenkenträger auf internationaler Ebene sind die - mehr oder weniger - prominenten Köpfe der „Skeptikerbewegung“, einer weltweit operierenden Organisation, die sich selbst so nennt: „Skeptiker“.

„Die Skeptikerbewegung ist ein internationales Netzwerk von Vereinigungen und Einzelpersonen mit dem Anspruch einer kritischen Auseinandersetzung mit pseudo- und parawissenschaftlichen Themen, die unter anderem in den Bereich des Aberglaubens oder der Alternativmedizin fallen.“ (Quelle: Wikipedia, siehe unten*)

Sie haben sich zu Wächtern der reinen Lehre aufgeschwungen: „Es gibt nichts außer dem heiligen Gral der Wissenschaft, und wir sind dessen Hüter“ wiederholen sie ihr Glaubensbekenntnis immerfort, wenn es wieder einmal gilt, einen Kreuzzug gegen die Schreckensgefahren weißer Zuckerkügelchen zu führen. Auffälligstes Merkmal der „Skeptiker“ ist ihre mit glühendem Pathos vorgetragene und stark an missionarischen Eifer erinnernde Haltung, im Auftreten einer Glaubenskongregation erschreckend ähnlich. Das ist nicht Wissenschaft, das ist Ideologie, das ist Mittelalter.

Weiter ist bei Wikipedia über die "Skeptiker" zu lesen (Quelle: siehe unten*): „Nach Wunder [Edgar Wunder, Mitbegründer und damaliger Redaktionsleiter von deren Publikationsorgan, verließ die Organisation 1999] ist ein strukturelles Merkmal der Skeptikerbewegung eine Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit. So würden etwa viele […]-Mitglieder einen Weltanschauungskampf ohne hinreichende fachliche Kenntnis führen und selektiv und unsachlich argumentieren. An wissenschaftlichen Untersuchungen von Parawissenschaften seien sie höchstens insofern interessiert, als deren Ergebnisse ‚Kanonenfutter‘ für öffentliche Kampagnen liefern könnten“.

„Aber doch nicht bei uns“ denken Sie jetzt? Weit gefehlt: Es gibt eine ganze Reihe von Ablegern und Akteuren, die auf der gleichen üblen Welle funken wie die Skeptikersekte: MedWatch, GWUP, Münsteraner Kreis und andere Agitatoren betreiben deren Geschäft in Deutschland, sehr gerne mit Unterstützung mancher „Prominenter“ aus den hinteren Reihen und einem "von" vor dem Namen, leben doch beide Seiten von der öffentlichen Aufmerksamkeit. Derzeit tut sich der sogenannte Deutsche Konsumentenverbund (DKB) ganz besonders hervor, letztlich nichts anderes als ein Abmahnverein. Solche Vereine sind etwa darauf spezialisiert, mit juristischen Maschen von unbedarften und arglosen Geschäftsinhabern teils erhebliche Gebühren abzuschöpfen, zum Beispiel nur aufgrund von Lappalien bei der selbst erstellten Internetseite für ihr Geschäft. Betroffene geraten dabei aber rasch in enorme finanzielle Bedrängnis. Das hat der Gesetzgeber zwar nicht unbedingt so vorgesehen und will dies ändern, aber es ist immer noch ein funktionierendes Geschäftsmodell. Weiterhin unter dem Deckmantel des Verbraucherschutzes hat der DKB nun offensichtlich eine neue Einnahmequelle entdeckt: Er finanziert die Website MedWatch als journalistisches Anti-Homöopathie-Propagandainstrument. Originär nicht wesentlich von medizinischem Fachwissen tangiert, besetzt man hier eine Nische in der öffentlichen Wahrnehmung, aus der heraus sich mit Halbwissen und aggressiver Propaganda Schindluder mit Patientinnen und Patienten der Komplementärmedizin treiben, diese verunsichern und damit gut Geld verdienen lässt - ob das auch "gutes" Geld ist, kann man aber ernsthaft bezweifeln ...

Zwei Dinge werden deutlich:


Erstens ist tatsächlich große Skepsis angebracht, nämlich bei der Betrachtung dessen, was diese Gralshüter des einzig richtigen Glaubens tatsächlich im Schilde führen.

Zweitens tragen sie ihre Hetztiraden gegen alles Naturheilkundliche mit einer derart pseudowissenschaftlichen Rigidität vor, dass es sehr schwer fällt zu glauben, es ginge ihnen allein um den Schutz der Allgemeinheit und nicht etwa um eine von verdeckten Interessen geleiteten Ideologie.

Wissenschaft aber geht anders …

Beibt also erneut (siehe oben) zu fragen: Wessen Interessen werden von diesen - und etlichen anderen, ähnlichen Akteuren - wirklich vorangetrieben? Sind hier „nur“ übereifernde Fanatiker am Werk oder sind es - nicht weniger gefährlich - Marionetten, nützliche Idioten, die das Geschäft anderer betreiben, die lieber im Verborgenen bleiben?

Wo es an Objektivität und Rechtschaffenheit im inhaltlichen Diskurs mangelt, wo stattdessen Engstirnigkeit und missionarischer Eifer vorherrschen, ist es unmöglich zu glauben, dass es diesen selbsternannten Interessensvertretern des Gemeinwohls tatsächlich nur um dieses geht. Umso wichtiger daher die Hoffnung, dass es den relevanten Medien in Deutschland bald gelingt, sich diesem Sog zu entziehen und zu Redlichkeit in der Berichterstattung zurück zu finden - zum Wohl und im Interesse der Allgemeinheit.

Fragen an die Politik

"Sehr gerne würden wir wissen, was Sie dafür tun, dass auch in Zukunft Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker in Deutschland Menschen helfen dürfen und dass sie dabei auch Homöopathie als Behandlungsmethode anwenden dürfen." - Diese Frage obigem Text vorangestellt, haben wir diesen am Montag, den 10. Februar 2020 als Brief an die örtlichen Abgeordneten der SPD, CDU, Linken und Grünen im Deutschen Bundestag verschickt (an die FDP als Ärzte- und Apothekerlobby zu schreiben, haben wir uns gespart, die sogenannte Alternative disqualifiziert sich von selbst).

Lesen Sie hier, was uns die Politik antwortet (oder nicht antwortet)!


Enthüllendes Video: Informationen zum Netzwerk gegen HeilpraktikerInnen und über die Rolle der Medien
► freieheilpraktiker.com

Hier unterschreiben für den Erhalt der Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker in Deutschland [29 KB]
► Bitte ausdrucken, unterschreiben und einsenden. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Mach mit! #ProHeilpraktiker
► Gesamtkonferenz deutscher Heilpraktikerverbände und Fachgesellschaften

Ein paar Gedanken zur momentanen Homöopathie-Kampagne
► harald-walach.de


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* Seite „Skeptikerbewegung“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 16. Juli 2019, 08:43 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Skeptikerbewegung&oldid=190473378 (Abgerufen: 14. Februar 2020, 14:52 UTC)

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